3 häufige Fehler in Online-Texten (und wie du es besser machst)

Die Zeit zwischen zwei Terminen nutze ich und werfe einen „schnellen“ Blick in die sozialen Medien. Ich scrolle durch meinen Feed, lese den einen oder anderen Beitrag, kommentiere, like. Und dann stoße ich auf einen meiner Lieblingsfehler im Netz: „Lese die Caption!“, brüllt mir der Post zu. Ich atme so scharf ein, dass sogar meine Hündin erschrocken den Kopf von ihrem Kissen hebt.

Du fragst dich jetzt, was daran falsch ist? Dann lies (!) bitte unbedingt weiter. Ich habe dir heute nämlich meine Top-3-Liste der häufigen Fehler mitgebracht, die mir in Online-Texten regelmäßig über den Weg laufen.

1. „Lese meinen neuen Blogartikel.“ Nein, danke

Wie ja bereits erwähnt, schreit mir dieser Satz in den sozialen Medien mit schöner Regelmäßigkeit entgegen. Und ungelogen: Jedes Mal möchte ich am liebsten mit dem Kopf auf die Tischplatte hauen.

Beim Imperativ (oder auch Befehlsform genannt) forderst du jemanden auf, etwas zu tun. Um ihn zu bilden, orientierst du dich an der 2. Person Einzahl:

gehen – du gehst → gehe

lernen – du lernst → lerne

essen – du isst → iss

helfen – du hilfst → hilf

In diesem Beispiel möchtest du, dass Besucher:innen deinen neuen Blogartikel lesen. Richtig heißt es also: „Lies meinen neuen Blogartikel.“

Weitere Beispiele:

nehmen – du nimmst → Nimm das Wichtigste aus diesem Online-Kurs für dich mit.

sprechen – du sprichst → Sprich die Sprache deiner Kund:innen.

geben – du gibst → Gib den anderen Teilnehmenden Feedback.

2. Mit freundlichen Grüßen, (Komma)

Immer wieder kommt es mir in E-Mails und Newslettern unter:

Liebe Grüße, (Komma)

Viele Grüße, (Komma)

Aber kommt nach der Grußformel überhaupt ein Komma? Nein. Das ist aber ein weitverbreiteter Fehler.

Der Duden sagt dazu nämlich Folgendes: „Die Grußformel als Abschluss von Briefen/E-Mails […] steht ohne Punkt, Komma oder Ausrufezeichen vor dem Namen.“ („Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle“, Band 9)

Heißt im Klartext, dass nach der Grußformel kein Komma steht.

So ist’s also richtig:

Herzliche Grüße (ohne Komma)

Liebste Grüße (ohne Komma)

Freundliche Grüße (ohne Komma)

3. Herzlich Willkommen auf meiner Homepage

Begrüßt du deine Leser:innen auch so auf deiner Startseite? Dann rate ich dir, mach das ab sofort bitte nicht mehr.

Ich versteh dich schon. Du möchtest gerne höflich sein. Aber bedenke, dass Interessierte nicht unbedingt als Erstes auf deine Startseite klicken. Oft landen sie über einen Blogartikel auf deiner Website. Wenn du Glück hast und sie deine Inhalte interessant finden, stöbern sie durch deinen Blog, lesen deine Über-mich-Seite und kommen dann irgendwann auch zur Startseite. Wäre es nicht seltsam, sie jetzt erst zu begrüßen?!

Ein weiterer guter Grund, auf diese Begrüßung zu verzichten: Oft ist diese Formulierung die H1 deiner Homepage – die wichtigste Überschrift dieser Seite. Das Problem ist nur, danach sucht niemand bei Google und Co. Verschenkter Platz also.

Wenn du es trotzdem benutzt (weil du nett sein möchtest), bleibt noch die Frage: „Herzlich Willkommen“ oder „Herzlich willkommen“? „Willkommen“ ist in diesem Fall ein Adjektiv und das schreibst du in der Regel klein.

Tja, was ist denn jetzt eine gute Alternative zu „Herzlich willkommen“? Erkläre zum Beispiel, bei welchen Problemen du deinen Leser:innen hilfst. Du kannst hier auch deinen Elevator Pitch oder eine aussagekräftige Überschrift nutzen.

Du möchtest in Zukunft fehlerfreie Website-Texte oder Blogartikel veröffentlichen? Dann schreib mir und vereinbare dein kostenfreies Erstgespräch.

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